{"id":2077,"date":"2016-11-25T00:42:48","date_gmt":"2016-11-24T23:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/?p=2077"},"modified":"2016-11-25T00:42:48","modified_gmt":"2016-11-24T23:42:48","slug":"wehrkirche-weissenkirchen-in-der-wachau-noe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/2016\/11\/25\/wehrkirche-weissenkirchen-in-der-wachau-noe\/","title":{"rendered":"Wehrkirche Wei\u00dfenkirchen in der Wachau N\u00f6"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1960 size-large\" src=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_054-1024x604.jpg\" width=\"700\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_054-1024x604.jpg 1024w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_054-300x177.jpg 300w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_054-768x453.jpg 768w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_054.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\"><br><strong><em>Die Wehrkirche in Wei&szlig;enkirchen &auml;hnelt stark einer mittelalterlichen Trutzburg. In Ihr fanden die Menschen Schutz vor kriegerischen Auseinandersetzungen.<br><\/em><\/strong><\/p>\n<h2>Wehrkirche Wei&szlig;enkirchen<\/h2>\n<p>In Ihrer alles &uuml;berragenden Lage dominiert die sp&auml;tgotische Wehrkirche die gesamte Gegend um Wei&szlig;enkirchen. Von der festungsartigen Wehrkirchenanlage hat sich vor allem die aus dem Sp&auml;tmittelalter stammende Ringmauer, der S&uuml;dost- sowie der Nordost-Turm erhalten. Erstaunlich ist, das es in Wei&szlig;enkirchen zahlreiche befestigte H&auml;user oder burg&auml;hnliche Wehranlagen&nbsp;gegeben haben d&uuml;rfte. So gab es die Burg auf der Scheib&acute;n (Nr. 138,&nbsp;140), den Turmhof im Bach (Nr. 76, 77), den Teisenhoferhof (Nr. 22, mit dem Wachaumuseum), den Lehenritterhof (Nr. 60)&nbsp;und den P&ouml;ltnerhof am Marktplatz (Nr. 18, 20, 24) als&nbsp;ehm. Kuenringer Burg. Ein Grund als Bedarf einer zus&auml;tzlich befestigten Kirchenanlage k&ouml;nnte die direkt unterhalb situierte&nbsp;Stra&szlig;enbefestigung gewesen sein. Diese sicherte (oder sperrte, je nachdem) einst die Kremser Stra&szlig;e. Der gro&szlig;e Hof rund um die Wehrkirche, der im Sp&auml;tmittelalter entstand, bot jede Menge Platz f&uuml;r die Menschen der n&auml;heren Umgebung, f&uuml;r mobiles Hab und Gut und evt. auch Vieh. Oder entstand die Wehrkirche, die ja von Beginn an als solche konzipiert war, als Schutzzentrum f&uuml;r die rund um den Marktplatz und Kirchenh&uuml;gel ans&auml;ssige Bev&ouml;lkerung? Der genaue Grund f&uuml;r die Entstehung ist nach derzeitigem Forschungsstand noch ungewi&szlig;.<\/p>\n<p>Die gesamte Gegend im Zentrum der heutigen Weltkulturerberegion Wachau geh&ouml;rte seit dem 9. Jhdt. dem bayrischen Kloster Niederaltaich und umfasste die Orte Wei&szlig;enkirchen, St. Michael, W&ouml;sendorf und Joching. Im 12. Jhdt. wurden diese Besitzungen an das Stift St. Florian &uuml;bertragen. Der Ort war um 1150 das Zentrum des <em>&bdquo;locus wahowa&ldquo;<\/em>, sozusagen der Hauptort. Als das <em>&bdquo;Thal Wachau&ldquo;<\/em> w&uuml;rde fr&uuml;her das Gemeindegebiet von Wei&szlig;enkirchen bezeichnet und reichte vom Mieslingbach nach Spitz bis zum Watstein an der Donaubiegung westlich von D&uuml;rnstein.<\/p>\n<p>Heute wird die imposante Wehrkirche nur vom 1502 fertig gestellten, m&auml;chtigen, viereckigen Turm mit einer Seitenl&auml;nge von beachtlichen 9,32 m &uuml;berragt. Doch das war nicht immer so. Die ersten Anf&auml;nge eines sakralen Geb&auml;udes an dieser Stelle gehen ins Jahr 1000 zur&uuml;ck. Die erste schriftliche Nennung als <em>&bdquo;Liechtenchyrchen&ldquo;<\/em> erfolgte im Jahre 1258 in einer Urkunde des Albero von Kuenring. Mit Lichtenkirchen sollte wohl angedeutet werden, das die Kapelle aus hellem Stein erbaut wurde. Um 1330 wurde die damals bestehende Kapelle um ein Langhaus samt dem kleineren (hellen) Glockenturm, der sich westlich an das Langhaus anschlie&szlig;t, erweitert. Fast genau hundert Jahre sp&auml;ter, 1439, wurde das n&ouml;rdliche Seitenschiff errichtet. Der m&auml;chtige viereckige Turm wurde im Jahre 1502 fertig gestellt und zur H&auml;lfte in die Nordwest-Ecke des Langhauses gesetzt. Die Sakristei, die heutige Taufkapelle, der sp&auml;tgotische Chor sowie der Nebenchor wurden alle um 1526 vollendet. W&auml;hrend der Bedrohung durch die T&uuml;rken wurde im Jahre 1530\/1531 die bestehende Anlage mit vier T&uuml;rmen, Wall und Graben weiter ausgebaut und mit 44 Kanonen best&uuml;ckt. Im Jahre 1687 wurde die Wehranlage noch einmal erh&ouml;ht und verst&auml;rkt. Wei&szlig;enkirchen wurde 1632 zur eigenen Pfarre erhoben und erhielt einen Friedhof.<\/p>\n<p>Im Inneren sind leider nur mehr zwei Relikte aus der Zeit vor der reichen Ausstattung im Barock erhalten geblieben. Es sind dies das gotische Taufbecken aus rotem Marmor und eine Statue Muttergottes am Triumphbogen um 1515\/1520. Der Rest der Einrichtung stammt wie erw&auml;hnt aus dem 18. Jhdt. oder sp&auml;ter. Mittelpunkt ist der m&auml;chtige schwarz-goldene Hauptaltar mit einem gro&szlig;em &Ouml;lgem&auml;lde &bdquo;Maria Himmelfahrt&ldquo;, das vmtl. von Carl Reslsfeld stammt. Die vier gro&szlig;en Statuen des heiligen Josef, Joachim, Anna und Johannes der T&auml;ufer stehen zu beiden Seiten des halbovalen &Ouml;lgem&auml;ldes, das unten Maria Himmelfahrt und oben Maria Kr&ouml;nung zeigt.<\/p>\n<p>Im n&ouml;rdlichen Seitenschiff steht ein etwas kleinerer Kreuzaltar, der die Flucht der Soldaten vor dem Kalvarienberg zeigt. Flankiert wird dieses Gem&auml;lde von den Statuen von Maria und Johannes. Die gegen&uuml;ber liegende Kanzel stammt aus dem Jahre 1742. Das vom Kremser Orgelmacher Joseph Gatto erbaute Orgelprospekt und Orgel aus dem Jahre 1775 wurden 2002 originalgetreu restauriert und rekonstruiert. An der der Donau zugewandten S&uuml;dseite des Langhauses befinden sich die Reste eines monumentalen Christophorusfreskos. Das reich profilierte, gotische Spitzbogenportal an der S&uuml;dseite stammt aus Wieselburg und wurde erst nach 1945 in Wei&szlig;enkirchen eingebaut.<strong><em><br><\/em><\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1917\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1917\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1917\" src=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_009-1024x680.jpg\" alt=\"Wehrkirche Weissenkirchen in der Wachau\" width=\"700\" height=\"465\" srcset=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_009-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_009-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_009-768x510.jpg 768w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_009.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\"><p id=\"caption-attachment-1917\" class=\"wp-caption-text\"><strong><em>Zinnengekr&ouml;nte Ringmauer mit Schie&szlig;scharten am ehemaligen Wehrgang an der Westseite.<\/em><\/strong><\/p><\/div>\n<h2>Wehrkirche Wei&szlig;enkirchen<\/h2>\n<p>Die Besucher von Wei&szlig;enkirchen erblicken schon aus der Ferne die auf einem Plateu oberhalb des Ortes situierte Wehrkirche. Ein gedeckter Stiegenaufgang f&uuml;hrt vom kleinen Marktplatz vor dem Wachaumuseum im Teisenhoferhof hinauf zur Pfarrkirche. Der wehrhafte Teisenhoferhof entstand bei einem Umbau 1527-1542. Urspr&uuml;nglich standen an diesem Platz zwei H&auml;user des Bistums Freisings, die ca. 1334 Hans und Leuthold II. von Kuenring abtragen lie&szlig;en. Um 1350 wird dann ein Sch&uuml;tzenhof errichtet, in dem ua. die ortsans&auml;ssige Bev&ouml;lkerung Armbrustwettbewerbe veranstalteten. Die steile Treppe vom Marktplatz hinauf zur Kirche wurde so verwinkelt angelegt, das es mit Lanzen und Hellebarden nicht m&ouml;glich war, um die Ecken und durch die kleinen Tore zu kommen. Seitlich wurde der Stiegenaufgang durch Holzw&auml;nde vollst&auml;ndig geschlossen.<\/p>\n<p>Urspr&uuml;nglich d&uuml;rfte es nach den ersten 42 Stufen einen Torturm gegeben haben, in dem man nach Norden im rechten Winkel abzweigte und &uuml;ber weitere 21 Stufen zum Kirchenhoftor gelangt. Ist man oben angekommen, kommt&nbsp;man durch den eisernen T&uuml;rfl&uuml;gel (von 1849) des kleinen Tor mit Fallgitter und einem breiten Gu&szlig;erker dar&uuml;ber (beides aus dem Jahr 1550) in den weitl&auml;ufigen Hof der Wehrkirchenanlage. An dieser Stelle befindet sich bereits seit 1385 das &auml;lteste Schulgeb&auml;ude &Ouml;sterreichs in dem noch heute unterrichtet wird. Im Jahre 1518 lie&szlig; die Gemeinde die &bdquo;<em>Mauer unter der Schuel<\/em>&ldquo; ausbessern, 1793 wurde das Schulhaus nach einem Brand aufgestockt und nach Norden erweitert. Da das Schulhaus heute &uuml;ber die Nordwestecke reicht, kann angenommen werden, das bei diesem Umbau im 18. Jhdt. ein hier vermuteter Nordwestturm &uuml;berbaut wurde.<\/p>\n<p>Unterhalb der Schule befand sich einst ein 4,5 m breiter Zwinger, der als Fortsetzung des Kirchgrabens zu sehen ist. Die das Bodenniveau des Zwingers &uuml;berragende R&uuml;ckwand des Teisenhoferhofes war urspr&uuml;nglich die freistehende, unverbaute Zwingermauer. Darauf weisen die Spuren eines Wehrganges und zwei Reihen (nun in den Dachraum zielender) Schie&szlig;scharten hin.<\/p>\n<p>Ein weiterer Zugang zur Wehrkirchenanlage besteht vom einstigen Turmhof im Bach (Nr. 76, 77) aus. Beginnend mit einem Rundbogentor, f&uuml;hrt hier ein den Terrassenabfall querender Kirchenweg hinauf und m&uuml;ndet in das offene West-Ende des Nord-Grabens. Der Kirchenweg f&uuml;hrt durch den Zwinger zum Kirchenhoftor. Vermutlich nahmen die Bewohner der &bdquo;Auf der Burg&ldquo; oder auch &bdquo;In der Scheib&acute;n&ldquo; genannten alten Hauptsiedlung diesen Weg zur Kirche.<\/p>\n<p>Die am besten erhaltenen Teile der Wehreinrichtungen sind die Ostmauer und der S&uuml;dostturm. Hier sind auch Reste des einstigen Wehrganges erkennbar. Das Plateau, auf dem die Wehrkirchenanlage steht, f&auml;llt nach Westen und S&uuml;den steil und schroff ab und bot somit ausreichend nat&uuml;rlichen Schutz. Deshalb setzte man die Ringmauer hier bis an den Rand der Terrasse und stabilisierte diese durch bis weit in den Abhang reichende Futtermauern. Im Norden und Osten wurde die m&auml;chtige Ringmauer mit einem Graben&nbsp;umzogen. Als im Jahre 1522 die T&uuml;rkengefahr bis ins Herzen der Wachau vordrang, beschlo&szlig; der Gemeinderat &bdquo;<em>erstlich das man den graben sol r&auml;&uuml;men vnnd ein maur darin auff&uuml;rend vnnd ein liechtzaun darauf<\/em>&ldquo; samt einem Neubau der Kirche. Um dieses Vorhaben zeitnah abschlie&szlig;en zu k&ouml;nnen, wurden s&auml;mtliche&nbsp;Maurer der Umgebung zur Robot-Leistung aufgerufen. Der Text gibt zur Kenntnis, das ein Graben ausgehoben wurde, der an der Innenseite&nbsp;mit einer Mauer befestigt wurde. Allerdings d&uuml;rfte es sich wohl kaum um die heutige Ringmauer handeln. Um den Einstieg in den Graben zu erschweren, wurde der erw&auml;hnte Lichtzaun gesetzt. Dazu wurden am Rand des Grabens Pf&auml;hle in die Erde getrieben, oben zugespitzt und durch Querverstrebungen miteinander verbunden. 1530 galten die Erweiterungen und Umbauarbeiten als abgeschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1947\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1947\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1947\" src=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_041-1-1024x712.jpg\" alt=\"Wehrkirche Weissenkirchen in der Wachau\" width=\"700\" height=\"487\" srcset=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_041-1-1024x712.jpg 1024w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_041-1-300x209.jpg 300w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_041-1-768x534.jpg 768w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_041-1.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\"><p id=\"caption-attachment-1947\" class=\"wp-caption-text\"><strong><em>Hier zeigt sich die Festung Wei&szlig;enkirchen von seiner st&auml;rksten Seite. Links die Ostmauer, rechts die Nordmauer.<\/em><\/strong><\/p><\/div>\n<p>Die Westseite der Ringmauer zeigt nahe&nbsp;des ehem. S&uuml;dwestturmes&nbsp;in der unteren H&auml;lfte eine innen nachtr&auml;glich hinzugef&uuml;gte Verst&auml;rkung. Diese ist in drei gro&szlig;en Rundbogennischen mit Schl&uuml;sselscharten aufgel&ouml;st. Darauf verlief auf einem ca. 60 cm breiten Absatz der zweist&ouml;ckige Wehrgang der oberen H&auml;lfte der Ringmauer. Auf dem Absatz konnte durch heute noch vorhandene Schie&szlig;scharten gefeuert werden, die obere Reihe der Verteidiger nutzte die Zinnenkrone der Ringmauer zur Deckung.&nbsp;Die erhaltenen&nbsp;Schl&uuml;sselscharten enthalten&nbsp;noch das urspr&uuml;ngliche h&ouml;lzerne Auflager. Da die Kirche selbst bis 3 m an die westliche Ringmauer heranr&uuml;ckte, mu&szlig;te der durch Tragbalken verbreiterte Wehrgang beim&nbsp;Kirchhoftor auf einer geringeren Mauerverst&auml;rkung gef&uuml;hrt werden, die auf Kragsteinen und zwei Bogen ruht. Obwohl der Wehrgang hier etwas h&ouml;her lag als jener oberhalb der drei Rundbogennischen, liegen die drei zugeh&ouml;rigen Schie&szlig;scharten&nbsp;in selber H&ouml;he wie die beiden daneben. Die Zinnen der Mauer steigt zum Torgu&szlig;erker treppenartig an. Sie sind ein Produkt des 19. Jhdts. Es wird vermutet, das die Mauer hier urspr&uuml;nglich mit hohen Zinnen abschlo&szlig;, und dahinter eine Brustwehr vor dem zweiten, oberen Wehrgang verlief., der am Gu&szlig;erker vorbeiging&nbsp;<\/p>\n<p>Die S&uuml;dseite der Ringmauer reicht an ihrer Au&szlig;enseite zwar bis zu beachtlichen 7 m tief zur darunter vorbeilaufenden Kremser Stra&szlig;e, ist jedoch bis auf eine Br&uuml;stungsh&ouml;he von rd. 90 cm abgetragen. Lediglich ein 7 m langes St&uuml;ck blieb in ihrer urspr&uuml;nglichen H&ouml;he von 5,81 m Innenh&ouml;he an der s&uuml;d&ouml;stlichen Ecke erhalten. Durch eine Turmt&uuml;r, deren Schwelle 3,80 m hoch liegt, und einem einzelnen Tragebalkenloch, wurde die H&ouml;henlage des Wehrganges bestimmt. Ein zweiter Wehrgang wie an der Westseite er&uuml;brigte sich hier wohl durch die fast uneinnehmbare Lage oberhalb des steilen, schroffen Abhanges von gut 10 m.<\/p>\n<p>G&auml;nzlich anders war es um die Ostseite bestimmt. Hier (wie an der Nordseite) konnte der Feind m&uuml;helos durch die Weing&auml;rten im ebenen Gel&auml;nde bis fast an die Mauer herankommen, w&auml;re nicht ein breiter Graben ausgehoben worden. Die Angst vor der drohenden Gefahr aus dem Osten best&auml;tigt&nbsp;auch die betr&auml;chtliche Mauerst&auml;rke von 1 m im unteren Bereich. Erst auf&nbsp;halber H&ouml;he verj&uuml;ngt sich die Mauer um die H&auml;lfte. Um einen Wehrgang tragen zu k&ouml;nnen, der f&uuml;r eine ausreichende Belegung der Schie&szlig;scharten sorgen konnte, wurde der Ringmauer im Osten Pfeilerarkaden angelehnt, die &uuml;ber 3 m breite und 1,65 m tiefe Nischen bilden. Durch die Verj&uuml;ngung der Mauer und der Oberfl&auml;che der Pfeilerarkaden entstand ein Absatz, der einen Wehrgang von 2,06 m Breite tragen konnte. Auf den Wehrgang gelangt man &uuml;ber eine allseits geschlossene Steintreppe. Sie wurde an Stelle einer Nische eingebaut und ist am Beginn durch eine, noch den Rest eines flachen Kleeblattbogensturzes aufweisende, T&uuml;r versperrt. Die Innenh&ouml;he an der Ostseite betr&auml;gt erstaunliche 8,73 m. An der Au&szlig;enseite wurde&nbsp;eine fast 3 m hohe St&uuml;tzmauer angef&uuml;gt, die an der Oberkante immer noch 60 cm stark und etwas geb&ouml;scht ist.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ostseite weist gegen&uuml;ber der Nordseite aber eine Besonderheit auf. So sind an ihr unz&auml;hlige Schie&szlig;- und Schlitzscharten zu entdecken in den unterschiedlichsten Formen und Ausf&uuml;hrungen. Maulscharten, Hosenscharten, mit Pechnasen verbundene und vormals mit Fall-Laden versehene Schie&szlig;fenster. Eine davon verdient ganz besonderes Interesse, war sie doch beweglich gelagert und konnte so einmal den Blick und das Schu&szlig;feld freigeben, oder durch Einsetzen der Finger in drei auf jeder Seite angebrachten Rillen gedreht werden und so die Scharten&ouml;ffnung verschlossen werden. Ganz au&szlig;ergew&ouml;hnlich und in dieser Art und Weise bei keiner weiteren Kirchenhofmauer nachgewiesen, ist die Ausstattung mit Sp&auml;hr&ouml;hren. Aus zwei &uuml;bereinander gelegten und gerade oder schr&auml;g&nbsp;vermauerten Dachziegeln,&nbsp;konnte der Sch&uuml;tze nach Abgabe eines Schusses das Vorgel&auml;nde &uuml;berblicken, ohne selbst gesehen zu werden. Den Abschlu&szlig; zur Donauseite hin bildet der am besten erhaltene S&uuml;dostturm. Er ist auch heute noch gedeckt&nbsp;und&nbsp;wurde nachtr&auml;glich in die Ringmauer eingesetzt, das&nbsp;die Art, wie sein Dreiviertelrund an das Ende der Ostmauer gesetzt ist, beweist.<\/p>\n<p>Zum Abschlu&szlig; widmen wir uns noch der Nordmauer. Sie steigt aus dem Graben schartenlos bis zu einer H&ouml;he von 8 m empor. Warum hier auf jegliche Wehreinrichtung in Form von Schie&szlig;scharten, wie soeben am Beispiel der Ostseite beschrieben, verzichtet wurde, bleibt ein R&auml;tsel. Daf&uuml;r &uuml;bertrifft sie in der St&auml;rke alle anderen Mauerabschnitte, hier betr&auml;gt die Mauerst&auml;rke 1,42 m. Sie ist somit die massivste&nbsp;Kirchenhofmauer &Ouml;sterreichs und &uuml;bertrifft mit diesem Ausma&szlig; selbst die bekannten wuchtigen Wehrkirchen in Unterfranken. In voller H&ouml;he erhalten ist der runde Turm der Nordostecke. Er war&nbsp;in erster Linie ein den Graben und sein Vorgel&auml;nde beherrschende Verteidigungseinrichtung, wenn gleich er auch nur einige wenige Schie&szlig;scharten aufweist. Es sind dies sehr einfach ausgef&uuml;hrte Rechteckscharten im untersten und den zwei&nbsp;oberen Stockwerken, die vom Kirchenhof aus zug&auml;nglich waren. Der Wehrgang der Kirchhofmauer wurde durch Einziehung des Mauerwerkes in den Turm integriert und ist an den etwas abgeplatteten Stellen seitlich leicht erkennbar. In den beiden &auml;u&szlig;eren Mauerwinkeln befinden sich vmtl. Reste einstiger Abortanlagen. Die Unterk&uuml;nfte der B&uuml;rger bzw. Verteidiger, Vorratsspeicher, sowie Kochstellen und Wasserbrunnen waren an der Kirchenhofmauer innen angegliedert.<\/p>\n<p>&Uuml;ber allen Mauern und T&uuml;rmen thront jedoch der wuchtige Turm an der Nordwestecke der Kirche. Genau am 18. April 1502 begann Baumeister W. Fr&ouml;hlich mit dem Bau des Turmes und konnte diesen noch im selben Jahr vollenden. Ein spitzbogiges Portal mit Stabwerk und Krabben diente bis zum Jahre 1738 als Hauptzugang zum Kircheninneren. Er f&uuml;hrte in die kreuzgew&ouml;lbte Vorhalle und konnte durch einen Riegelbalken versperrt werden. Besonders charakteristisch f&uuml;r den Turm ist das steile Sattelwalmdach mit den vier Dacherkern. Nach der Befestigung des Kirchhofes zun&auml;chst zeitweise als Wachturm verwendet. Dem Probst von St. Florian gefiel dies gar nicht. Er schrieb 1555 an die Gemeinde, das er vernommen habe, die Kirche gleicht mehr einem Kramhause denn einem Bethaus. Die Kirche wurde demnach von der Bev&ouml;lkerung und\/oder der Gemeinde als Bergungsraum verwendet. Dies sollte nicht weiter verwunderlich sein, denn die Befestigungen und der Kirchhof geh&ouml;rten stets der Gemeinde und diese sah wohl zeitweise auch die Kirche selbst als ihr Eigentum an. Darauf weist der Umstand hin, das den Schl&uuml;ssel zur Kirche stets Zechmeister und der Schulmeister aufbewahrte, nicht der Pfarrer. Man lagerte 1550 bereits 44 St&uuml;ck Kanonen oder B&uuml;chsen, jedoch waren sie gl&uuml;cklicherweise kaum in Verwendung. Mit dem Ende der T&uuml;rkengefahr 1683 endete auch die Bedeutung der Wehreinrichtungen des Kirchhofes und als ein Brand 1793 gro&szlig;e Teile zerst&ouml;rte, wurden diese nat&uuml;rlich nicht wieder&nbsp;aufgebaut. Mitte des 19. Jhdts. erfolgte der Abbruch der S&uuml;dmauer.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<div id=\"attachment_1958\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1958\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1958\" src=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_052-1024x680.jpg\" alt=\"Wehrkirche Weissenkirchen in der Wachau\" width=\"700\" height=\"465\" srcset=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_052-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_052-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_052-768x510.jpg 768w, http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Wehrkirche_Weissenkirchen_052.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\"><p id=\"caption-attachment-1958\" class=\"wp-caption-text\"><strong><em>Die Wehrmauer weist zahlreiche unterschiedlichste Schlitzscharten und Mauer&ouml;ffnungen zur Bek&auml;mpfung des Feindes vor den Mauern auf.<\/em><\/strong><\/p><\/div>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n<h2>F&uuml;hrungen in&nbsp;Wei&szlig;enkirchen<\/h2>\n<p>Frau Hilde Netter f&uuml;hrt interessierte Besucher in einer kurzweiligen Kirchenf&uuml;hrung selbst in sonst versperrte Bereiche der Kirche und Wehranlage (ua. Aufstieg auf den gro&szlig;en Turm mit Rundblick &uuml;ber den ganzen Ort und die Wehranlage). Sie informiert dabei &uuml;ber die Ortsgeschichte, die Baugeschichte der Kirche, sowie die Innenausstattung und Heiligenstatuen der Kirche. Beim Abschlu&szlig; mit Verkostung des Messweines beantwortet Fr. Netter noch offene Fragen. Die F&uuml;hrung ist auch in Englisch m&ouml;glich. Um eine Voranmeldung zur Kirchenf&uuml;hrung wird gebeten.<\/p>\n<p>Hilde Netter<br>\nTel.: +43 (0) 2715 \/ 2522<br>\nMobil: +43 (0) 664 \/ 735 954 53<br>\nEmail: <a href=\"mailto:hh.netter@gmx.at\" target=\"_blank\">hh.netter@gmx.at<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0px currentColor;\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m14!1m8!1m3!1d10596.984103725823!2d15.460694856774902!3d48.39421828453535!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x0%3A0x86dfc0243cbba120!2sPfarrkirche+Wei%C3%9Fenkirchen!5e0!3m2!1sde!2sat!4v1478966673600\" width=\"600\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.google.at\/maps\/place\/Pfarrkirche+Wei%C3%9Fenkirchen\/@48.3942461,15.4606949,15z\/data=!4m8!1m2!2m1!1spfarrkirche+wei%C3%9Fenkirchen!3m4!1s0x0:0x86dfc0243cbba120!8m2!3d48.3980415!4d15.470075\" target=\"_blank\">Wehrkirche Wei&szlig;enkirchen<\/a><br>\nKremser Stra&szlig;e 3<br>\n3610 Wei&szlig;enkirchen i.d. Wachau<br>\nTelefon Gemeindeamt: +43 (0) 2715 \/ 2232<br>\nFax Gemeindeamt: +43 (0)&nbsp;2715 \/ 2232 DW 22<br>\nHome: <a href=\"http:\/\/www.weissenkirchen-wachau.at\" target=\"_blank\">www.weissenkirchen-wachau.at<\/a><br>\nEmail:&nbsp;<a href=\"mailto:gemeinde@weissenkirchen-wachau.at\">gemeinde@weissenkirchen-wachau.at<\/a><br>\nEmail Pfarre: <a href=\"mailto:pfarreweissenk-wachau@aon.at\" target=\"_blank\">pfarreweissenk-wachau@aon.at<\/a><\/p>\n<p><strong>Quellen:<br><\/strong><a href=\"http:\/\/www.kirchen-am-fluss.at\/weissenkirchen-pfarrkirche\" target=\"_blank\">Kirchen am Fluss<br><\/a>Karl Kafka, Wehrkirchen Nieder&ouml;sterreichs II., Wien 1970<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- index.php -->\n<div\n\tclass=\"ngg-galleryoverview ngg-ajax-pagination-none\"\n\tid=\"ngg-gallery-c0219293cb8fa26af1c014113d5655ee-1\">\n\n    \t<div class=\"slideshowlink\">\n        <a href='http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/2016\/11\/25\/wehrkirche-weissenkirchen-in-der-wachau-noe\/nggallery\/slideshow'>&#091;Zeige eine Slideshow&#093;<\/a>\n\t\t\n\t<\/div>\n\t\t\t<!-- Thumbnails -->\n\t\t\t\t<div id=\"ngg-image-0\" class=\"ngg-gallery-thumbnail-box\" >\n\t\t\t\t        <div class=\"ngg-gallery-thumbnail\">\n            <a href=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/gallery\/wehrkirche_weisskirchen_noe\/Wehrkirche_Weissenkirchen_001.jpg\"\n               title=\"\"\n               data-src=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/gallery\/wehrkirche_weisskirchen_noe\/Wehrkirche_Weissenkirchen_001.jpg\"\n               data-thumbnail=\"http:\/\/www.burgenkunde.at\/wordpress\/wp-content\/gallery\/wehrkirche_weisskirchen_noe\/thumbs\/thumbs_Wehrkirche_Weissenkirchen_001.jpg\"\n               data-image-id=\"498\"\n               data-title=\"Wehrkirche_Weissenkirchen_001\"\n               data-description=\"\"\n               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